KI im Recruiting:
Was bedeutet das für deine Bewerbung?

Viele Jobsucher sind verunsichert, weil sie nicht wissen, ob ihre Bewerbung von einem KI-Tool analysiert wird und wie sie ihre Unterlagen am besten dafür vorbereiten sollen. Dabei vergessen sie jedoch, dass eine softwaregestützte Vorbewertung schon seit langem von Personalabteilungen genutzt wird und Bewerbungen auch in der Vergangenheit bestimmten technischen Regeln folgen sollten. KI ändert an den Anforderungen wenig, wird aber die Verbreitung dieser Methode sehr vergrößern.

Wofür wird AI im Recruting eingesetzt?

Das wichtigste vorweg: Bewerbungsprüfung mittels AI ist noch längst nicht im Alltag angekommen. Eine Umfrage von Stepstone zeigt, was Unternehmen aktuell mit KI im Recruiting vorrangig tun. Hier die Top-5 Antworten:

  • 35 %: formulieren Stellenanzeigen
  • 19 %: veröffentlichen Stellenanzeigen
  • 17 %: erstellen Arbeitsverträge
  • 14 %: Verwalten die Bewerberdatenbank
  • 10 %: Planen Recruiting-Budgets

Die eigentliche Bewertung von Bewerbungen oder Interviews erfolgt weiterhin durch Menschen. Allerdings wird schon seit einigen Jahren fleißig daran geforscht, wie man über die Auswertung von zusätzlichen Informationen, z. B. Sprachstil, Wortschatz oder Mimik die Eignung einer Person für eine Jobrolle besser abschätzen kann. Von großen, meist negativ-behafteten Pilotprojekten, wie z. B. bei Amazon habt ihr vielleicht schon gelesen, aber auch ich selbst hatte schon einen Seminarteilnehmer, der mit seiner Dissertation über die Anwendungsmöglichkeiten von KI für die Kompetenzeinschätzung basierend auf bestimmten verwendeten Begriffen geforscht hat.

Nicht überraschend gaben in der gleichen Umfrage 42 % der Recruiter an, dem KI-gestützten Recruiting bei Screening, Matching und Vorauswahl eine mittlere bis hohe Priorität im kommenden Jahr zu geben. Ich denke aus, es wird ein Standard werden, wenn vielleicht auch noch nicht im nächsten Jahr. Also erstmal keine Panik, denn noch erfolgt die eigentliche Bewertung von Bewerbungen oder Vorstellungsgesprächen überwiegend durch Menschen.

Wie mache ich meine Bewerbung fit für KI-gestützte Recruiting-Tools?

Eigentlich musst du gar nichts anders machen, denn Bewerbungen müssen damals wie heute software-tauglich sein. Etwas, was Bewerber leider selten auf dem Schirm haben. Schauen wir erst einmal kurz zurück. Schon seit mehr als 10 Jahren wird sogenannte „CV Parcing Software“ eingesetzt. Hatte ein Unternehmen eine Bewerber-Analyse-Software mussten früher durch feste Begriffe die Kriterien für die Auswertung definiert werden, wie: „Master Verfahrenstechnik“, „Englisch fließend“ und „Verfahrenstechnik“ als Wissensgebiet. Die Software suchte dann nach diesen Informationen. Wenn jemand aber einen ungewöhnlichen Studiengang hatte oder alternative Fachbegriffe nutzte, wurde die Anforderung als „nicht erfüllt“ bewertet, obwohl die Qualifikation eigentlich passte. KI macht es nun leichter für dich, da auch abweichende Bezeichnungen viel breiter interpretiert und besser zugeordnet werden können.

Bei meinen Bewerbern sehe ich regelmäßig Lebenslauf-Templates aus dem Internet, die optisch hübsch wirken, technisch aber problematisch sind. Sie enthalten oft unsichtbare Tabellen, die nicht immer der inhaltlichen Struktur folgen. Auch grafische Kenntnis-Skalen mögen auf dem Template einen kreativen Eindruck machen, haben aber das Problem, dass sie nicht ausgelesen werden können, da es oft eingebundene Bilder sind. Die Folge ist, dass wichtige Informationen wie Sprachlevel oder der Umfang einer Berufserfahrung in der automatischen Auswertung fehlen oder falsch evaluiert werden. Hast du das schon mal getestet, ob dein Lebenslauf überhaupt maschinenlesbar ist? Das geht so:

  1. Speichere dein Lebenslauf im PDF-Format.
  2. Markiere den Text langsam mit der Maus.
  3. Verfolge, ob wirklich alles erfasst und in der richtigen Reihenfolge markiert wird.

Neben der Maschinenlesbarkeit ist es generell wichtig, dass du deine Bewerbung immer an die jeweilige Stellenanzeige anzupasst. Viele kleinere Unternehmen haben zwar gar keine spezielle Bewerber-Software, weil sich das nicht lohnt, der Zugang zu so einer Hilfe wird aber durch die Verbreitung von LLMs immer einfacher. Es gibt auch Personalentscheider, die eine Bewerbung einfach in ihr jeweiliges Standard-KI-Tool hochladen und analysieren lassen. Mach es Mensch und Maschine also immer möglichst leicht, die Überlappung zwischen dir und der Stelle zu verstehen. Wenn du unsicher bist, ob dein Lebenslauf technisch sauber aufgebaut ist und nah genug an der Stellenanzeige dran ist, dann melde dich bei mir und wir analysieren ihn gemeinsam.